Februar – Loslassen, weitergeben, Raum schaffen
Loslassen hat selten etwas mit einem Gegenstand zu tun, sondern fast immer mit den Emotionen, die wir mit ihm verbinden.
Das habe ich während unserer Ordnungsaktion im Januar sehr deutlich gespürt. Obwohl wir unsere Familienplanung abgeschlossen haben – und wir in Babykleidung gefühlt schwimmen könnten wie Dagobert Duck in seinen Goldmünzen – fällt es mir überraschend schwer, mich von einzelnen Stücken zu trennen.
Diese Kleider erzählen nicht nur Geschichten von unserer jüngeren Tochter, sondern auch von ihrer älteren Schwester, von Familienfesten und lieben Menschen. Sie tragen Erinnerungen in sich.
Andere Gegenstände hingegen – das Laufgitter oder die Babywippe zum Beispiel – hatten diese emotionale Kraft nicht. Sie durften weiterziehen, zu einer anderen Familie, wo sie erneut gebraucht werden.
Für mich fühlt es sich stimmig an, Schätze mit emotionalem Wert in unserer Schatztruhe zu bewahren – solange sie dieses Gefühl in mir auslösen. Sobald es verblasst und sie eher zu Ballast als zu Erinnerung werden, dürfen sie weiterziehen.
Nicht aus Pflicht, sondern aus Dankbarkeit.
Deine Einladung zur Schatzsuche
Im Februar richten wir den Blick aufs Loslassen, Weitergeben und Raum schaffen.
Vielleicht magst du dir einen kleinen Bereich vornehmen und dich fragen:
Welche Dinge haben ihren Zweck bei mir erfüllt?
Welche halte ich fest – aus Gewohnheit oder aus einem Gefühl von Verpflichtung?
Was hatte einmal einen emotionalen Wert, hat ihn aber verloren?
Und was dürfte weiterziehen, um anderswo wieder Freude zu schenken?
Es braucht keine grossen Schritte.
Oft reicht ein einzelner Gegenstand, der bewusst verabschiedet wird, um wieder mehr Leichtigkeit zu spüren.
Unsere Schatzsuche im Rebhus
Bei uns im Rebhus schauen wir im Februar gezielt auf die Dinge, die wir bereit sind loszulassen und weiterziehen zu lassen – damit sie das Leben von jemand anderem bereichern können.
Gleichzeitig dürfen Dinge, von denen wir uns (noch) nicht trennen können, ganz bewusst bleiben.
Ohne schlechtes Gewissen.
Loslassen braucht Energie – und die hat man nicht immer.
Frage zum Mitnehmen
Was hältst du fest – aus Gewohnheit oder aus schlechtem Gewissen?
Im März richten wir den Blick nach vorne: auf das, was wir neu beleben, reparieren oder wieder in Gebrauch nehmen möchten. Manche Schätze müssen nicht gehen – sie brauchen nur einen Neuanstrich.